Das Präsidium des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) hat Hannes Käsbauer zum
Sportdirektor ernannt. Der bisherige Chef-Bundestrainer übernimmt damit die
Gesamtverantwortung für den Geschäftsbereich Leistungssport. Mit der Entscheidung setzt der
Verband bewusst auf Stabilität – und auf Kompetenz aus den eigenen Reihen.
Der Deutsche Badminton-Verband hat die Leitung seines Geschäftsbereichs Leistungssport neu
besetzt. Nach einem umfangreichen Auswahlprozess mit öffentlicher Ausschreibung und
strukturierten Auswahlgesprächen hat das Präsidium entschieden, Hannes Käsbauer zum
Sportdirektor zu ernennen. Er übernimmt die Position zum 01. November 2026.
Ein Signal für Stabilität
Mit der Personalie verbindet das Präsidium ausdrücklich eine Botschaft: Die Sportdirektion soll
wieder eine Position sein, die über Jahre hinweg Kurs hält. Leistungssportliche Konzepte
entfalten ihre Wirkung nicht innerhalb weniger Monate, sondern über einen Olympiazyklus
hinaus. Dafür braucht es Verlässlichkeit an der Spitze des Leistungssports – personell wie
inhaltlich.
Zugleich steht die Entscheidung für einen Grundsatz, den der Verband künftig stärker verfolgen
will: Kompetenz und Talent in den eigenen Reihen zu erkennen, zu entwickeln und zu befördern
– auf Trainerpositionen ebenso wie im Management. Hannes Käsbauer ist diesen Weg selbst
gegangen. Der frühere Nationalspieler arbeitet seit 2016 hauptamtlich für den DBV, anfangs als
Bundestrainer, dann als Bundesstützpunktleiter und seit 2024 als Chef-Bundestrainer. Er kennt
die Athletinnen und Athleten, die Stützpunkte und die Landesverbände aus täglicher
Zusammenarbeit.
„Wir haben uns sehr genau umgesehen – und am Ende festgestellt, dass die beste Lösung bereits
bei uns arbeitet. Hannes Käsbauer kennt unsere Athletinnen und Athleten, unsere Trainerinnen
und Trainer und unsere Strukturen, und er kennt die Aufgaben, die vor uns liegen, aus eigener
Anschauung. Wir wollen, dass von dieser Position Ruhe und Verlässlichkeit ausgehen. Und wir wollen, dass gute Leute im deutschen Badminton eine Perspektive sehen, ohne den Verband
verlassen zu müssen“, erklärt Ulrich Grill, Präsident des Deutschen Badminton-Verbandes.
Chef-Trainerposition bleibt zunächst offen
Die durch den Wechsel freiwerdende Position des Chef-Bundestrainers wird zunächst nicht neu
besetzt. Der Verband nimmt sich für diese Entscheidung bewusst Zeit. Die sportliche Arbeit ist
davon nicht betroffen: Alle Disziplinen sind mit Bundestrainerinnen und Bundestrainern besetzt
und damit gut aufgestellt. Auf den Trainerpositionen sind in den kommenden Monaten weitere
Entwicklungen zu erwarten, über die der DBV zu gegebener Zeit informieren wird.
„Ich habe in den vergangenen Jahren aus nächster Nähe gesehen, was in diesem Verband
möglich ist – und wo wir uns schwertun. Die Rahmenbedingungen im deutschen Spitzensport
verändern sich gerade grundlegend und mit viel Dynamik. Darüber muss man nicht lange reden,
wir müssen Antworten liefern. Darauf freue ich mich, gemeinsam mit den Trainerinnen und
Trainern, den Athletinnen und Athleten und den Landesverbänden“, sagt Hannes Käsbauer,
zukünftiger Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes.
Präsidium begleitet den neuen Sportdirektor mit definierten Meilensteinen
Das Präsidium wird die strategischen Eckpunkte im Leistungssport in den kommenden Monaten
eng begleiten. Der Verband zieht damit eine Konsequenz aus den Erfahrungen der vergangenen
Jahre und will gemeinsam die Verantwortung über alle Bereiche tragen.
Präsidium und Sportdirektor verständigen sich dazu auf eine Zielvereinbarung mit
überprüfbaren Meilensteinen. Sie umfasst beispielsweise unter anderem ein aktualisiertes
Nachwuchsleistungssportkonzept, eine Strategie für die Aufstellung des Verbandes gegenüber
der zu erwartenden neuen Sportförderpolitik ab 2029, die bevorstehende reguläre Überprüfung
der regionalen Zielvereinbarungen mit den Landesverbänden sowie ein Update über die
verbindliche Klärung von Zuständigkeiten und Entscheidungswegen im Verband inkl. dem Leistungssport.
Text: Robert Neumann
Fotos: DBV



