Meine erste Europameisterschaft - tolle Eindrücke und gute Erfahrungen ...

Zwei Wochen auf ein Turnier zu fahren, ist auch für mich etwas ganz besonderes. Viel organisatorischer Aufwand stand im Vorfeld an, damit zu Hause am Stützpunkt alles gut weiterläuft. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an mein Trainerteam, die viele zusätzliche Einheiten übernommen haben und natürlich auch an die Schulleitung des Sportgymnasiums, die mir die Teilnahme an dieser EM ermöglicht hat. Aber wann gab es das schonmal: von 11 Spielern des deutschen Teams sind zwei von unserem Stützpunkt. Als ich dann gefragt wurde, ob ich als Co-Trainer dabei sein möchte, musste ich nicht lange überlegen…

Am 30.8. war es soweit. Aus ganz Deutschland sich das Team auf den Weg nach Passau. Mehr oder weniger erfolgreich, wie das immer so ist bei der Deutschen Bahn. Und auch die richtigen Züge finden, ist manchmal gar nicht so leicht, sodass einige erst ein paar Stunden später eintrafen, als eigentlich geplant.
Ab Passau ging es mit einiger Verzögerung mit zwei Kleinbussen durch Österreich nach Slowenien. Kurz vor Mitternacht konnten wir geschafft, aber zufrieden unser neues Domizil in der tollen „Terme Olimia“ in Podcetrtek beziehen. Das Team war in Appartements in kleinen Häusern untergebracht. Warum nicht ein Haus für ein Team genutzt wurde, sondern alles bunt gemischt war, bleibt das Geheimnis der Organisatoren. Insgesamt war die Unterbringung aber wirklich in Ordnung.

Am nächsten Tag ging es zum Coronatest, den alle glücklicherweise negativ absolvierten. Die Tage Dienstag bis Donnerstag waren als eine Art „Mini-Quarantäne“ gedacht. Für uns ganz gut, da wir uns in regelmäßigen Trainingseinheiten, teilweise auch in der Spielhalle und in guten Teammeetings auf das Teamturnier vorbereiten konnten. Das tolle Wetter und die hervorragende Verpflegung tat ihr übriges zur guten Stimmung.

Teamturnier

Wir hatten eine wirklich harte Gruppe erwischt mit England, Norwegen und Ukraine. Freitag 18.00 Uhr stand unser erstes Teammatch gegen England auf dem Plan. Uns war klar, dass wir gegen die starken Engländer eher in der Jägerrolle sind. Und unsere Spieler zeigten wirklich tolle Leistungen. Auch wenn das Spiel im Endeffekt mit 1:4 verloren ging, fühlte sich die Niederlage deutlich knapper an. Immerhin waren zwei Dreisatzniederlagen dabei und auch bei einem weiteren Spiel wurde ein Satz erst in der Verlängerung entschieden, es war also wirklich knapp…
Nach einem starken Auftritt und einem 5:0-Sieg gegen Norwegen, stand uns am Sonntag im letzten Gruppenspiel die Ukraine gegenüber. In ihren Reihen beispielsweise das im Individualturnier an Setzplatz 1 gesetzte Mixed, das in dieser Besetzung auch gegen uns spielte. Mit einer richtig guten Leistung konnten wir dieses Spiel in 3 spannenden Sätzen gewinnen. Auch im Herrendoppel behielten wir unsere weiße Weste. Da aber die anderen 3 Spiele leider an unsere Gegner gingen, blieb am Ende eine 2:3 Niederlage und damit nur Platz 3 in unserer Gruppe.
Bleibt als Fazit: sensationelle Stimmung hinter unserem Feld (wir waren die Lautesten in der Halle), viele wirklich gute Leistungen auf dem Feld, aber in den entscheidenen Momenten waren die Gegner einen Hauch besser. Sonst wäre noch mehr drin gewesen

Durch unser Ausscheiden im Teamturnier war der Montag wieder ein Trainingstag für uns, bevor es am Dienstagnachmittag mit dem Individualturnier weiterging.

Individualturnier

Der erste Tag verlief nach Plan, alle 4 Spiele konnten wir gewinnen, darunter auch die Mixed von Simon Krax / Pheline Krüger und David Eckerlin / Amelie Lehmann.
Am Mittwoch standen dann gleich 8 Spiele auf dem Plan, von denen wir 6 Spiele gewinnen konnten. Amelie spielte an diesem Tag erfolgreich Doppel mit Cara Siebrecht.
Der Donnerstag verlief dann eher unglücklich für uns. Dabei war die Niederlage von Simon und Pheline im Mixed gegen die Nr. 1 der Setzliste und späteren Vizeeuropameister noch zu verkraften, aber beispielsweise die von David und Amelie gegen Lundsgaard/van Dalm (Dänemark) tat wirklich weh. Im dritten Satz waren die beiden klar vorn, ehe sie das Spiel noch aus der Hand gaben. Auch im Doppel verloren Amelie und Cara gegen zwei dänische Spielerinnen.
Aber es gab auch echte Highlights an diesem Tag. So konnte Selin Hübsch im Einzel und mit Anna Mejikovskiy auch im Doppel hoch gehandelte Französinnen aus dem Turnier werfen und auch unser jüngster Alex Becsh gewann gegen einen gesetzten türkischen Spieler.
Damit waren wir am Freitag noch dreimal vertreten, Herren- und Damen-Einzel und Damendoppel. Selin konnte in ihrem Einzel der an drei Gesetzen Ukraininerin Katemeyr nicht ausreichend Paroli bieten und unterlag in 2 Sätzen. Alex spielte gegen die Nr. 6 Kean Gabor Kigyos aus Ungarn. Mit einem starken Spiel zwang er seinem Gegner immer wieder zu langen Laufwegen, gewann den ersten Satz, bevor der Ungar im zweiten Satz entkräftet aufgab. Damit stand Alex im Viertelfinale und spielte um eine Medaille. Genau wie Selin und Anna im Doppel, die in einem starken Spiel die an drei Gesetzen Türkinnen Ercetin/Korkmaz bezwangen.
Also zwei Medaillenchancen für Deutschland am Freitagnachmittag.
Beide Spiele gingen auch sehr gut los, der erste Satz ging jeweils an unsere Leute. Auch im zweiten Satz spielte Alex stark auf und war beim 17:18 nah dran am Satzgewinn. Leider ging dieser, genau wie der dritte Satz an den U15 Europameister Romeo Malboul aus Schweden. Schade, ich hätte es Alex wirklich gegönnt und außerdem auch sehr gern mal gegen den „Superstar“ und zweifachen Europameister Alex Lanier aus Frankreich gecoacht. Das wäre sein nächster Gegner gewesen.
Noch unglücklicher verlief das Damendoppel. Selin und Anna hatten bereits Matchball, bevor sie mit 21:23 im dritten Satz den Kürzeren zogen. Wie sagte der Assistenz-Bundestrainer Nachwuchs Dirk Nötzel in seinem Fazit: „die Leistungsdichte ist sehr eng beieinander und wir befinden uns mit unseren besten Spielerinnen und Spielerin häufig mittendrin. … Kleine Nuancen und die Tagesform entscheiden“. Ich denke, dass ist sehr treffend formuliert.

Damit waren alle deutschen Spieler ausgeschieden und das gesamte Team machte sich bereits am Samstag auf die Rückreise nach Passau und von dort aus mit dem Zug nach Hause.

Was bleibt von dem bislang längsten Badmintonturnier meiner Trainerkarriere? Stolz und Dankbarkeit, ein Teil dieses Teams gewesen zu sein, viele gute Gespräche mit Spielern und Trainerkollegen und ein teilweise neues Bild vom europäischen Top-Badminton der Altersklasse U17. Die Athletik und die Geschwindigkeit, die da zum Teil gespielt wird, ist schon Wahnsinn. Jetzt gilt es mit viel Energie weiter zu arbeiten, damit noch möglichst viele unserer Spieler die Möglichkeit bekommen, an einer Europameisterschaft teilzunehmen. Ich weiß jetzt aus eigener Erfahrung: es lohnt sich...

Mathias Jauk

 


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